Vereint gegen die Solar Reform
März 9th, 2010 von
admin
Die Solarreform, die der Bundesumweltminister Norbert Röttgen anstrebt entspricht nicht ganz dem was sich die Verbraucherschützer und die Energiewirtschaft wünschen, die sonst eher selten das gleiche Ziel verfolgen.
Nach dieser Reform bekommen Privatpersonen, die auf ihrem Hausdach Solarmodule installiert haben, mehr als doppelt so viel, wenn sie den selbst produzierten Strom auch selbst verbrauchen. Bereits im Sommer dieses Jahre sollen die Vergütungssätze pro erzeugter Kilowattstunde Strom steigen und dafür sorgen, dass mehr Deutsche sich für Solarmodule auf dem Dach entscheiden. Den Strom sollen die Betreiber dann aber nicht, wie bisher in das öffentliche Stromnetz einspeisen, sondern eher selbst verwenden.
Das mag zunächst sehr vernünftig klingen und Sie fragen sich sicher, was der Verbraucherschutz dagegen einzuwenden hat, aber die Chefin des Bundesverbandes für Energie und Wirtschaft weist daraufhin, dass dadurch nicht unbedingt eine Entlastung der Netze erreicht würde, sondern es könnte sogar zu einer zusätzlichen Belastung kommen, die sich dann auf die EEG-Umlagen auswirken und schließlich doch von den Verbrauchern gezahlt werden müssten. Letzten Endes könnten die Reformen sogar dazu führen, dass der Staat weniger Stromsteuern einnimmt und auch die Gemeinden wichtige Einnahmen in Form von Konzessionsabgaben verlieren.
Die Energiewirtschaft und der Verbraucherschutz sind sich also einig und wollen nicht, dass es eine solche Reform gibt, da sie langfristig gesehen nicht den gewollten Erfolg und stattdessen noch Höhere Kosten als zuvor bringt.
Hingegen wird es für neue Anlagen keine Solarhilfe mehr geben, weil die bisher garantierte Abnahme über einen Zeitraum von 20 Jahren für einen Boom sorgte, so dass es dazu kommen könnte, dass nicht mehr der ganze Strom abgenommen werden kann.
Wie genau die Solar Reform aussehen wird, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten heraus stellen, sicher ist jedenfalls, dass die Reform tief greifender ist als bisher angenommen und jeder Haushalt in Deutschland wird davon betroffen sein.
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