Wo liegen die Prioritäten?

Januar 25th, 2010 von admin

In der zweiten Hälfte des Jahres will die Bundesregierung ihr Energiekonzept vorstellen, bis dahin bleibt weiterhin unklar, ob an dem Atomausstieg bis 2022 festgehalten wird, oder ob die Laufzeit einiger Atomkraftwerke, die sicher und relativ jung sind, verlängert wird.
In diesem Jahr sollten die Werke Neckarwestheim I in Baden-Württemberg und Biblis A in Hessen dran glauben. Derzeit sind das unter den noch laufenden Atomkraftwerken, die mit der längsten Laufzeit, so läuft Neckarwestheim bereits seit 34 Jahren und Biblis A sogar schon seit 36 Jahren, es ist also höchste Zeit.
Da die Bundesregierung noch nicht entscheiden hat ob die Laufzeiten der AKWs verlängert werden oder nicht, sollen alle AKWs zunächst bis zum Herbst weiter am Netz bleiben. Die beiden Uhrgesteine unter den AKWs haben allerdings keine Reststrommengen mehr und können so keinen Strom erzeugen. Eine Lösung dafür ist bereit gefunden: Das 2003 stillgelegte AKW Stade verfügt noch über eine Reststrommenge von 4785 Gigawattstunden, die auf Neckarwestheim I und Biblis A übertragen werden können. Auch die Tatsache, dass die drei AKWs unterschiedliche Betreiber haben stellt kein Problem dar, denn E.on, der Betreiber des Stader AKWs würde der EnBW und der RWE seine Reststrommenge zur Verfügung stellen.
Wenn es darum geht zwei alte AKWs weiter zu betreiben sind die Energiekonzerne sehr an der schnellen Lösungsfindung interessiert. Geht es aber darum den Ausbau der erneuerbaren Energien zu verfolgen, so macht es den Anschein als wären die Konzerne nicht mit ganz so viel Eifer bei der Sache. Dabei drängt die Zeit, denn die Abkehr von der Kernenergie ist nicht nur wegen des Klimaschutzes so wichtig, sondern auch weil die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen und der Mensch, wenn er sich weiterhin auf diese verlässt irgendwann ohne Energie auskommen muss.
Den Energiekonzernen sollte also mehr daran liegen die erneuerbaren Energien und die dazugehörigen Technologien zu fördern, als das Ende der Kernenergie immer weiter herauszuschieben.

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