Netzentgelte werden langfristig sinken
Juni 23rd, 2009 von
admin
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hat nach den jüngsten Entgelterhöhungen auf die Kritik der Verbraucher reagiert und für die nächsten Jahre eine stärkere Regulierung angekündigt. Diese werde für sinkende Netzentgelte sorgen, sagte Kurth dem “Handelsblatt”.
Die kürzlich von der Netzagentur genehmigten Entgelterhöhungen der Netzbetreiber wurden von vielen Verbraucherorganisationen stark angegriffen. Bis zu 30 Prozent betrugen die Anhebungen in Einzelfällen, die einigen Betreibern wie E.ON und Vattenfall jeweils dreistellige Millionenbeträge einbrachten. Das berechnete der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), der die Verbraucherinteressen in der Industrie vertritt. Kurth weist die Kritik jedoch von sich und bezeichnet diese Zahlen als Ausreißer. Es sei insgesamt lediglich eine leichte Tendenz nach oben zu verzeichnen, die rund zwei Prozent betrage. Diese dürfe man nicht dramatisieren: “Auf keinen Fall ist damit eine Tendenz für die nächsten Jahre vorgezeichnet. Von einer Trendwende kann nicht die Rede sein”, so Kurth. Darüber hinaus seien die Netzentgelte in den Jahren 2006 bis 2008 in Deutschland um insgesamt gut drei Milliarden Euro gesunken.
Mehr Effizienz, weniger Gebühren
Durch eine intensivere Regulierung, dessen Fehlen in letzter Zeit immer öfter angeprangert wurde, will die Netzagentur diese Senkungen langfristig fortsetzen. Die Netzbetreiber hätten Bescheide vorliegen, aus denen “klar hervorgeht, welche Effizienzsteigerungen sie in den nächsten Jahren vorzunehmen haben”, sagte er. Daher würden die Netzentgelte in der Folge auch sinken. Damit würde der in den vergangenen Jahren verfolgte Kurs konsequent weiterverfolgt. Vor dem Beginn der Regulierung im Jahre 2006 seien die Netzentgelte ein wesentlicher Ertragsbringer der Energiekonzerne gewesen – seitdem habe sich dank der Netzagentur bereits viel verändert, zeigt sich Kurth optimistisch.
Für die Kunden ist der Kurs der Bundesnetzagentur ein wichtiger und wesentlicher Aspekt bezüglich des von ihnen zu bezahlenden Strompreises: Ein ganzes Drittel der Endpreise für Strom gehen auf die Gebühren für die Nutzung der Netze zurück.
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