Wüstenstrom birgt gigantisches Potenzial

Mai 28th, 2009 von admin

Durch solarthermische Anlagen in Wüstenregionen könnte ein Viertel des globalen Strombedarfs abgedeckt werden. Dieses Ergebnis einer aktuellen Greenpeace-Studie wird auch als Appell an die Politik verstanden.
Die notwendigen Technologien zur Realisierung der ehrgeizigen Wüstenstrom-Kraftwerke sei mittlerweile vorhanden, erklärt Greenpeace-Experte Andree Böhling in einer Pressemitteilung. Daher sei die Entwicklung auf diesem Gebiet zunächst vor allen eine politische Angelegenheit, da der Ausbau erst durch internationale und gleichberechtigte Kooperation möglich würde. Die Dringlichkeit und der große Nutzen solcher Anstrengungen wird deutlich, wenn man sich die im Rahmen der Studie konkret berechneten Zahlen vor Augen führt: Bis 2050 könnten demnach Solarthermie-Wüstenkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 1.500 Gigawatt errichtet werden, die jährlich 7.800 Terawattstunden Strom erzeugen. Dadurch könnte der Kohlendioxid-Ausstoß weltweit um rund 4,7 Milliarden Tonnen verringert werden. Des Weiteren könnten durch die neuen Investitionsfelder im nächsten Jahrzehnt 200.000 und bis 2050 gar zwei Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Vor allem für die führende deutsche Solarbranche ergäben sich hier riesige Exportmöglichkeiten, Absatz- und Arbeitsmärkte.

Politik ist gefordert

Um diese Möglichkeiten effektiv in die Realität umsetzen zu können, sei jedoch eine vermehrte Anstrengung der Regierung notwendig, so Böhling: Anstatt in die Forschungsecke gedrängt zu werden, müsse der Wüstenstrom “auf die internationale Agenda der Klimakonferenzen und des nächsten G8-Gipfels” gesetzt werden. Außerdem sei eine drastische Aufstockung der finanziellen Unterstützung vonnöten, die dem Niveau der Kernforschungsfinanzierung entsprechen müsste.
Umweltminister Sigmar Gabriel verteidigt sich und sein Ministerium in einer Presseerklärung gegen die Vorwürfe von Greenpeace. Eigene Studien seien zu dem gleichen Ergebnis wie die der Umweltschützer gekommen, heißt es. Das Engagement auf nationaler und internationaler Bühne für die Förderung von Wüstenstrom habe Gabriel bereits seit geraumer Zeit an den Tag gelegt. Bezüglich der Position zur Solarthermie sei sich das Ministerium daher vielmehr mit Greenpeace “einig”, erklärt Gabriel.

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