Hamburg gründet Ökostromversorger

Mai 25th, 2009 von admin

Die Stadt Hamburg steigt sieben Jahre nach dem Verkauf der Hamburger Elektricitäts-Werke (HEW) wieder aktiv in den Strommarkt ein. Der neue städtische Anbieter “Hamburg Energie” setzt auf Ökostrom und Eigenfinanzierung.

Das Ziel sei die Schaffung eines günstigen und transparenten Anbieters, der die Interessen der Stadt vertritt, erklärte Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) bei der Vorstellung des neuen städtischen Versorgers. Er soll seinen Strom ausschließlich aus regenerativen Energiequellen beziehen und dafür in den nächsten Jahren eigene Kapazitäten aufbauen. Ab 2011 sollen eigene Windkraft-, Fotovoltaik- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen den Strom für die Kunden produzieren, die Zeit bis dorthin wird mit eingekauftem Strom aus erneuerbaren Quellen überbrückt. Zunächst soll “Hamburg Energie” nur Privathaushalte beliefern, jedoch sind langfristig und bei entsprechendem Erfolg auch die Versorgung von Gewerbekunden und stadteigenen Gebäuden geplant.

Steuergelder bleiben unberührt

Hajduk versicherte außerdem, dass der Anbieter nicht mit Hilfe von Steuergeldern finanziert würde. Stattdessen solle er sich auf dem Markt behaupten und die erwirtschafteten Gewinne wieder reinvestieren. Das nötige Startkapital in Höhe von 10 Mio. Euro werde vom Versorger “Hamburg Wasser” bereitgestellt, der sich ebenfalls in städtischer Hand befindet. Des Weiteren sehe sich “Hamburg Energie” nicht als Nischen-, sondern vielmehr als Massenanbieter, der für alle Hamburger Verbraucher eine Alternative zu Konzernen wie Vattenfall darstellen soll. Damit könnte der Wettbewerb und der Preiskampf zugunsten der Kunden angetrieben werden – falls diese den neuen Anbieter genügend Unterstützung entgegenbringen.
Die Gründung von “Hamburg Energie” wurde zwar insgesamt positiv aufgenommen, jedoch gab es auch kritische Stimmen. So sieht die Linke in ihr lediglich ein Trostpflaster für die „Drecksschleuder Moorburg“ und der Hamburger Ökostrom-Anbieter Lichtblick, der rund sechs Prozent Marktanteile besitzt, mahnte gegenüber dem Umweltministerium einen “fairen Wettbewerb” an.

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