Internet: Massiver Stromverbrauch

Mai 11th, 2009 von admin

Weltweit nutzen rund 1,5 Milliarden Menschen das Internet. Durch die hohe Auslastung der Rechenzentren wird extrem viel Strom verbraucht, wodurch auch die CO2-Emissionen direkt beeinflusst werden.

Wie der “New Scientist” berechnet hat, kostet eine Suchanfrage bei Google und Co. umgerechnet knapp 200 Milligramm Kohlendioxid. Bei 1000 Web-Suchen könne bereits von einem CO2-Ausstoß ausgegangen werden, der dem eines gefahrenen Autokilometers entspreche. Auch wenn dies auf den ersten Blick als nicht unbedingt alarmierend erscheint, zeigt sich das negative Potenzial doch in der Summe der Anfragen. Das Forschungsunternehmen “Comscore” hat in diesem Zusammenhang die Summe von neun Milliarden Suchanfragen gezählt, die allein im März 2009 getätigt werden. Insgesamt beträgt damit die stündliche Anzahl der Web-Suchen einer Abgasemission, die nach 12.000 Kilometern anfällt. Diese Zahl macht schon sehr viel besser deutlich, wie hoch der Energie- und damit auch Stromproduktionsbedarf des Internets ist. Auch andere Aktionen wie das Anschauen von Videos bei YouTube oder das Herunterladen von Daten sind sehr energieintensiv.

Versteckte Ursachen

Für den normalen PC-User sind die Ursachen für diese immensen Kosten jedoch nicht direkt zu erkennen. Zwar verbrauchen auch die heimischen Computer eine gewisse Menge an Strom, aber im Vergleich zu den Rechenzentren und Servern, die die Internet-Datenströme steuern, erscheint diese Menge eher gering. Diese gigantischen Rechenzentren müssen einer immer weiter wachsenden Auslastung entgegenblicken und fordern so immer mehr Strom, der durch die armdicken Leitungen fließt. Dabei ist aber nicht nur der Betrieb der Anlagen selbst, sondern auch ihre Kühlung sehr energieaufwändig. Fast die Hälfte des benötigten Stroms wird oft in die Kühlanlagen geleitet. Insgesamt schätzen die Forscher von “Comscore”, dass die Rechenzentren rund 150 Milliarden Kilowattstunden Strom verbrauchen. Rechne man alle Bestandteile wie Kühler, Netzwerk-Hardware und Computer dazu, summiere sich der Energiebedarf des Internets sogar auf mehr als 850 Milliarden Milliarden Kilowattstunden.

Zukunftsaussichten

Angesichts dieser enormen Bedarfsmengen beklagen sich immer mehr Online-Anbieter über die durch die hohe Auslastung steigenden Kosten. Da eine Trendwende in absehbarer Zeit nicht in Aussicht steht, wird bereits an diversen verschiedenen alternativen Methoden gearbeitet. Derzeit sind allerdings Ideen wie schwimmende Rechenzentren, die mit Seewasser gekühlt werden, die Nutzung der Rechnerabwärme zur Gebäudeheizung oder die Bündelung von Datenpaketen noch nicht in die Realität umgesetzt worden. Dies muss bei einer gleich bleibenden Entwicklung aber wohl langfristig geschehen, wenn es nicht zu einer völligen Überlastung des Netzes und einem explodierenden Stromverbrauch kommen soll.

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