Stromkonzerne unter Manipulationsverdacht
April 20th, 2009 von
admin
Das Kartellamt führt momentan eine Sektoruntersuchung auf dem Strommarkt durch. Dabei wird die Preisgestaltung der Stromkonzerne genauestens durchleuchtet.
Hintergrund der umfangreichen Untersuchung ist nach Informationen der “Financial Times Deutschland” der Verdacht, die Energieunternehmen würden die Strompreise durch künstliche Verknappung der Strommengen in die Höhe treiben. Im Visier der Ermittler stünden zwar vorrangig die vier Energieriesen RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall – insgesamt müssten aber 60 deutsche Stromunternehmen die Gestaltung und Entstehung der von ihnen erhobenen Preise offenlegen, so die “FTD” weiter. Hierfür müssten diese bis Ende Mai einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen.
Kooperation trotz Kritik
Die Untersuchung verschärft die Gangart gegenüber den Konzernen deutlich und rief Kritik von Seiten der Unternehmensvertreter hervor. Demnach würden die Konzerne durch die Fragebogen übermäßig belastet. Gleichzeitig sagte aber ein RWE-Sprecher der “FTD”, sein Unternehmen werde selbstverständlich trotzdem kooperieren. Es habe schon mehrfach seine Verlässlichkeit bewiesen.
Derzeit laufen übrigens noch zwei andere Sektoruntersuchungen bei Ferngasnetzbetreibern und in der Mineralölindustrie. Die Auswertungen werden in den nächsten Wochen erwartet.
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