Ökostrom: Vorsicht vor Mogelpackungen
April 16th, 2009 von
admin
Zahlreiche Ökostrom-Angebote deutscher Energiekonzerne beinhalten in Wahrheit nur umdeklarierten Kohle- und Atomstrom. Dies hat jüngst eine Studie der Umweltschutzorganisation “Greenpeace” ergeben.
Einige Konzerne würden die unübersichtliche Situation bezüglich der Zertifikate auf dem europäischen Energiemarkt für ihre Zwecke ausnutzen, erklärt die Organisation. In skandinavischen Ländern würden sogenannte RECS-Zertifikate eingekauft, die dann in Deutschland für die Kennzeichnung von konventionell gewonnenem Strom als Ökostrom zweckentfremdet würden. “Viele Energiekonzerne betreiben nichts anderes als Greenwashing”, warnt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace. Die Täuschung der Kunden gehe aber noch weiter. Beispielsweise versuche der Energieriese RWE zurzeit, mit Hilfe einer “Kampagne der Atomlobby” seinen Atomstrom in einem “Pro Klima” – Tarif als Ökostrom zu vermarkten. Der Kunde dürfe auf solche Taktiken nicht hereinfallen, mahnt Böhling. Eine ausführliche Überprüfung des Anbieters und des jeweiligen Tarifs sei unbedingt notwendig. Des Weiteren müsse sich jeder darüber im Klaren sein, dass es Ökostrom “nicht zum Nulltarif” gebe. Wenn es wie in Kassel oder Saarbrücken von einem Tag auf den anderen ohne Preiserhöhung zu einer vollständigen Umstellung auf vermeintlichen Ökostrom komme, sollte man “stutzig werden”.
Greenpeace: Mehr Klarheit schaffen
Im Zuge dieser für die Verbraucher unübersichtlichen und ungünstigen Lage fordert Greenpeace eine Änderung der Zertifikateregelungen. Es müsse ein einheitliches Kennzeichen für wahren Ökostrom her, das sowohl den eindeutigen Nachweis der Stromquelle als auch eine Investition in erneuerbare Energien seitens des Anbieters voraussetze. Die Verbraucher sollten darüber hinaus darauf achten, ob der Ökostrom-Anbieter sich wirklich und klar erkennbar für umweltschonende Kraftwerke und Stromgewinnungsmethoden einsetzt.
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